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| April 24th, 2002 Bfinance.de, München |
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| 360T: Der Multi-Bank-Marktplatz mit Multi-Produkt-Strategie | |||||
| von Patrick Eisele, bfinance | |||||
| Treasurer zeigen sich laut einer Studie der KPMG gegenüber
elektronischem Handel zwar zögerlich, aber auch aufgeschlossen. bfinance
nahm den Multi-Bank-Marktplatz 360T unter die Lupe. |
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"Wir haben uns von Anfang an auf die Entwicklung von Multi-Produkt-Technologie
konzentriert und ermöglichen unseren Kunden heute neben elektronischem Devisenhandel
auch den Handel von Geldmarktprodukten und Zinsderivaten", beschreibt Christoph
Perger, Head of Marketing bei der 360 Treasury Systems AG, einen großen
Unterschied zu Betreibern wie Currenex, FXall oder dem jüngst geschlossenen
Marktplatz Atriax. Von diesen gibt es bislang nur Ankündigungen neben dem
Devisenhandel auch weitere Finanzprodukte anzubieten. Noch in diesem Quartal
plant 360T zusätzlich auch Commercial Papers ins Angebot aufzunehmen. Damit
wären die Frankfurter bei der Anzahl der möglichen Geschäftsarten den Wettbewerbern
einen weiteren Schritt voraus. |
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Devisen- und Geldmarktgeschäfte, die zu den Kerngeschäften eines Treasurers
zählen, auf einem Marktplatz erledigen zu können, ist ein echtes Plus für
die Corporates. "Die anderen Plattformen bieten nur Devisengeschäfte an",
nennt Kunde Axel Tillmann, Vice President Treasury bei der Lufthansa, das
ausschlaggebende Argument pro 360T: "Mit der anstehenden Entwicklung des
Commercial Paper Moduls ist die Produktpalette, die ich als Corporate Treasurer
brauche, vorhanden." Die Lufthansa handelt bereits etwa 90 Prozent ihrer
Devisengeschäfte, 30 bis 40 Prozent ihrer Geldmarktgeschäfte und 10 Prozent
ihrer Zinsgeschäfte elektronisch. "Im Laufe des Jahres werden wir alle unstrukturierten
Geschäfte komplett über 360T abwickeln", zeigt sich Tillmann von dem Multi-Bank-Marktplatz
überzeugt. |
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Mit dem Angebot mehrerer Produkte wird das TEX Multidealer Trading System
von 360T dem Bedürfnis der Kunden nach einem One-Stop-Shopping gerecht.
Ebenfalls zum One-Stop-Shopping zählt aber auch, mit allen Geschäftsbanken
auf einem Marktplatz handeln zu können. "Finde ich meine Geschäftsbanken
auf einem Multi-Bank-Marktplatz wieder?", ist nicht nur für Perger die entscheidende
Frage bei der Wahl eines elektronischen Marktplatzes. Ein deutscher Automobilzulieferer
beantwortete im Sommer vergangenen Jahres diese Frage im Fall von 360T mit
Nein. "Die für uns wichtigen Banken im Devisenbereich waren damals nicht
im Boot", so ein Treasurer des Unternehmens: "Die fehlende Liquidität war
für uns der entscheidende Grund für die Entscheidung gegen 360T." Der Automobilzulieferer
schloss sich deshalb (bei) Atriax an. Auch die Lufthansa findet nicht alle
ihre Geschäftsbanken bei 360T. "Wir versuchen weitere Banken als Liquidity-Provider
zu gewinnen", so Tillmann. |
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Bei 360T bilden zur Zeit ein knappes Dutzend Banken die Angebotsseite.
Bis auf zwei handelt es sich bei diesen um deutsche Finanzinstitute, wobei
sich die Deutsche Bank bislang nicht bei den Liquidity-Providern befindet.
"Ich rechne aber persönlich fest mit der mittelfristigen Teilnahme der Deutschen
Bank", zeigt sich Tillmann, der mit dem Finanzinstitut über dieses Thema
verhandelt, optimistisch. Die Wettbewerber wie Currenex und FXall geben
an, mehr als 40 Liquidity-Provider auf ihrer Plattform zu versammeln. |
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Für Christoph Perger ist jedoch nicht die beeindruckende Gesamtzahl der
Banken auf einer Plattform das entscheidende Argument, sondern die Relevanz
jedes einzelnen Instituts als tatsächlicher Handelspartner der bereits anwesenden
oder neu hinzukommenden Buy-Side- Teilnehmer. "Die Diskussion über Liquidität
auf OTC- (Over the Counter) Handelsplattformen neigt aus Wettbewerbsgründen
gern dazu, die restriktiven Marktmechanismen zu unterschlagen. Im OTC-Markt
ist, im Gegensatz zum Börsenplatz, die Kreditlinie mit einer begrenzten
Zahl von Banken Grundvoraussetzung für den Zugang zu Liquidität und Handel
in gewünschten Instrumenten. Liquidität einer OTC-Handelsplattform bedeutet
also für den individuellen Buy-Side-Teilnehmer vorrangig, ob jene Banken,
mit denen er eine Handelslinie unterhält und signifikante Teile seiner Nachfrage
befriedigt, verfügbar sind. Umgekehrt lohnt es sich auch für die Banken
nur dann, Liquidität auf einer Plattform zu stellen, wenn sie dort eine
ausreichende Zahl von Kunden antreffen, die über entsprechende Handelslinien
verfügen und lohnenswertes Geschäft generieren. Da es sich hier in erster
Linie um eine Prozessoptimierung und die Erschließung hoher Rationalisierungspotenziale
handelt, ist es erst mal wichtig, die Angebots- und Nachfrageseite des Marktes
gemeinsam in ihren gewachsenen Geschäftsbeziehungen auf die neue Technologie
zu heben." Darum beziehen die Frankfurter in fortgeschrittene Verhandlungsstadien
mit Neukunden - bislang, so Perger, sind neben der Lufthansa, die Deutsche
Telekom, BASF und zwei MDAX-Werte operativ im täglichen Handel - auch deren
zusätzlich gewünschte Banken mit ein. So bleibt ein qualitativ und quantitativ
hohes Niveau der Handelsaktivitäten aller Teilnehmer auf der 360T Plattform
auch bei kontinuierlichem Wachstum der Teilnehmerzahl gesichert. |
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Ein weiterer Kritikpunkt des oben erwähnten Automobilzulieferers an 360T
betraf die Kostenfrage. "Bei Atriax mussten wir keinerlei Gebühren an den
Betreiber zahlen." Auch der IT-Experte Daniel Andres von SimCorp weist daraufhin,
dass auf Marktplätzen, wo Betreiber und Anbieter identisch sind, die Banken
nur die Margen wie im Telefonhandel verdienen. Trotzdem senken auch die
Kunden von 360T die Kosten signifikant. Gerade diese sind für Tillmann ein
Argument für die elektronische Abwicklung: "Durch die Effizienzsteigerung
können wir bis zu 65 Prozent unserer personellen Resourcen reallokieren."
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Eine interessante Sache für Corporates und Plattformbetreiber verspricht
das Thema In-House-Banking zu werden, mit dem 360T seine technologische
Kompetenz beweist. Mit dem System I-Tex kann das Group-Treasury mit den
Töchtern des Unternehmens verbunden werden. Durch diese vertikale Integration
können die Tochterunternehmen ihre Nachfrage über das Group-Treasury direkt
an den Markt weiterleiten und so die Effizienz erhöhen und die Kosten reduzieren.
"Das ist Straight Through Processing in Reinform", schwärmt Perger. |
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Mittelfristig plant 360 Treasury Systems die regionale Expansion via
Skandinavien in andere europäische Länder. "Im Auge haben wir Frankreich,
Groß-Britannien, die Schweiz und Österreich", beschreibt Perger die Ziele
der Technologieschmiede. Dies dürfte kein leichtes Unterfangen werden, kommen
doch bislang die komplette Nachfrageseite und fast alle Anbieter aus Deutschland.
"Für Unternehmen, die international mitspielen ist eher Currenex als 360T
interessant", so der Treasurer des Automobilzulieferers. Deshalb meint auch
Gerald Kutschke von KPMG Consulting, dass 360T ein internationaler Provider
wie zum Beispiel die Citibank besser positionieren würde. "In Deutschland
hat 360T jedoch gute Karten", hat Kutschke aus Gesprächen mit Praktikern
erfahren. Aber auch auf internationaler Ebene hat 360T mit seinem Multi-Produkt-Angebot
ein starkes Argument auf seiner Seite. Für viele Kandidaten könnte auch
die Tatsache, dass der Betreiber nicht wie bei Atriax aus der Angebotsseite
besteht, ein Argument pro 360T sein. |
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